Aktuelle Immobilienthemen

Gebäudeenergiegesetz: Nach dreißig Jahren ist ein neuer Heizkessel Pflicht

Gebäudeenergiegesetz  (Foto: © Moses, Pixabay)

Kennen Sie das genaue Alter Ihrer Heizanlage? Das wäre nach dem Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes sehr nützlich, denn viele Haus- und Wohnungseigentümer sind bereits zum Austausch ihres Heizkessels verpflichtet. Laut einer aktuellen Umfrage wissen 69 Prozent der Haus- und Wohnungseigentümer in Deutschland das Alter ihrer Heizanlage auf das Jahr genau. Ein Viertel oder 24 Prozent der Befragten kennen das Alter nur ungefähr und fünf Prozent kennen es gar nicht. Wer jetzt aufgeschreckt ist, kann sich vergewissern: Das Alter steht auf dem Typenschild, das sich auf dem Heizkessel befindet. Der Wechsel der Heizanlage ist meistens bereits ab einem Alter von zwanzig Jahren sinnvoll, manchmal sogar noch früher. Eine neue Anlage senkt nicht nur die zukünftigen Energiekosten, sondern wird derzeit auch kräftig vom Staat bezuschusst. Bei einem Wechsel auf eine klimafreundliche, emissionsarme Heizung können Eigentümer bis zu 45 Prozent der Kosten sparen – zum Beispiel mit einer Gas-Hybrid-Heizung bei Einbindung von mindestens 25 Prozent erneuerbarer Energie. Aber Achtung: Die Fördermittel werden nur so lange gewährt, wie der Heizungstausch noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Wer eine Heizung hat, die älter als 15 Jahre ist, sollte auf einen Ausfall vorbereitet sein. In einem Notfall wird möglicherweise nur der Kessel ausgetauscht, und die Chance auf eine neue, emissionsarme, dem Bedarf und dem Gebäude angepasste Anlage wäre dann für Jahre vertan. Eine Energieberatung und weitere Informationen zum Gebäudeenergiegesetz bietet die Verbraucherzentrale. Welche Art der Wärmeerzeugung in Frage kommt, hängt wesentlich vom Gebäude aber auch von der Einstellung des Eigentümers zum Klimaschutz ab. Moderne, verbreitete Heizungsarten sind heute Pelletheizungen, Wärmepumpen, Solarthermie und Fernwärme, wenn das Netz in der Straße liegt.

Heizen in der Übergangszeit: Wie warm muss es sein?

Heizen in der Übergangszeit  (Foto: © Dimitri Houtteman, Pixabay)

Die Heizperiode dauert normalerweise vom 1. Oktober bis zum 30. April. Das ist die Zeit, in der ein Vermieter die zentrale Heizungsanlage so einstellen muss, dass eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius erreicht werden kann. Es gibt Ausnahmen und Besonderheiten, die für Mieter und Vermieter von Belang sind. Der Deutsche Mieterbund (DMB) teilt mit, dass der Vermieter die Mindesttemperaturen nicht „rund um die Uhr“ garantieren muss. Nachts zwischen 23:00 und 6:00 Uhr sind nach der Nachtabsenkung 18 Grad Celsius ausreichend. Der Vermieter kann im Mietvertrag diese Regeln nicht einfach ändern und beispielsweise festlegen, dass tagsüber eine Temperatur von 18 Grad Celsius ausreichen soll. Solche Vereinbarungen sind unwirksam. Werden die Mindesttemperaturen im Winter nicht erreicht, liegt ein Wohnungsmangel vor, der den Mieter zur Mietminderung berechtigt. Fällt die Heizung im Winter bei Minusgraden ganz aus, kann die Mietminderung bis zu 100 Prozent betragen. Drohen deshalb Gesundheitsschäden, ist der Mieter berechtigt, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen. Auch der Ausfall oder die mangelhafte Warmwasserversorgung ist ein Wohnungsmangel. Die Warmwassertemperatur, die mindestens erreicht werden muss, beträgt 40 bis 50 Grad Celsius. Mieter sind jedoch auch in der Pflicht: Sie müssen ihre Wohnung ausreichend heizen, damit keine Schäden durch eingefrorene Wasserleitungen entstehen können. Das gilt bei hohen Minusgraden auch bei Abwesenheit, etwa während eines Urlaubs. Mieter sollten die Thermostatventile in diesem Fall mindestens auf die Frostschutzsicherung einstellen. Gut ist es auch, wenn vor Antritt des Urlaubs ein Freund, Verwandter oder Nachbar mit der Betreuung der Wohnung beauftragt wird. Gebäudeversicherungen, Hausrat- oder Haftpflichtversicherung treten für Frostschäden nur ein, wenn Mieter oder Vermieter die Sorgfaltspflichten eingehalten haben.

Wohnfläche: Das große neue Bedürfnis nach mehr Platz

Wohnraum mit schwarzen Akzenten  (Foto: © Erika Wittlieb, Pixabay)

Haben Sie sich in den vergangenen Monaten manchmal mehr Platz gewünscht? Platz für Ihr Hobby, Platz zum Rückzug, Platz für die Kinder drinnen und draußen, Platz um Arbeiten? Wie viel Platz andere zum Wohnen haben, hat eine aktuelle Studie untersucht. Rein statistisch haben die Deutschen im Laufe der Jahre immer mehr Platz zum Wohnen gehabt. Wie viel Platz einzelnen und besonderen Gruppen zur Verfügung steht, ist aber sehr unterschiedlich. Beispielsweise beanspruchen Menschen mit Migrationshintergrund viel weniger Platz als andere. Eine interaktive Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wer wie viel Platz zum Wohnen hat: zur Grafik >. Die Berechnung zieht Daten des Sozio-oekonomischen Panels heran. Daraus ergibt sich, dass der Anteil der Einpersonenhaushalte zwischen 1990 und 2018 von 34 Prozent auf 42 Prozent gestiegen ist. Die Veränderung der Gesellschaftsstruktur aber auch Zuwanderung, Demografie und Wanderungsbewegungen mit dem Trend in die großen Städte haben den Platzbedarf verändert. Zuletzt war es die Coronapandemie, die neue Anforderungen an den Platz in der Wohnung stellte. Wer in Deutschland über mehr als 41 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf verfügt, zählt zu den oberen 50 Prozent derjenigen mit viel Platz. Ab 83 Quadratmeter pro Kopf gehört man zu den oberen zehn Prozent. Die mittlere Wohnungsgröße liegt bei 100 Quadratmetern. Der Unterschied zwischen Eigentümern und Mietern ist groß: Eigentümer verfügen im Schnitt über 125 Quadratmeter große Wohnungen, Mieter haben dagegen nur 75 Quadratmeter zur Verfügung. Am meisten Platz haben ältere Menschen. Jedem Rentner stehen durchschnittlich 60 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Das mag daran liegen, dass Eltern nach dem Auszug der Kinder die Wohnung nicht gewechselt haben.

Apartment für Studenten kaufen statt mieten

Apartment für Studenten  (Foto: © Antonio Hernández, Pixabay)

Immer mehr junge Menschen ziehen in eine fremde Stadt, um zu studieren. Je gefragter der Studienort ist, desto höher sind die Mieten für ein Zimmer in der Wohngemeinschaft oder ein Apartment – von einer eigenen kleinen Wohnung ganz zu schweigen. Aber es gibt Alternativen. Der Wohnungsmarkt für studentisches Wohnen ist weiterhin angespannt. Die durchschnittlichen Mieten für Studenten stiegen im vergangenen Jahr insgesamt in 29 von 30 der untersuchten Hochschulstandorte, lautet das zentrale Ergebnis des MLP Studentenwohnreports 2020. Besonders begehrt sind kleine Wohnungen in mittelgroßen Hochschulorten. Die steigenden Preise haben dazu geführt, dass inzwischen 30 Prozent der Studierenden in einer WG wohnen, 2003 waren es noch 22 Prozent. Not macht aber auch erfinderisch. Die meistens von den Eltern übernommenen Mieten könnten nämlich auch für die Abzahlung einer Eigentumswohnung verwendet werden. Auf diese Weise ist der Sohn oder die Tochter während des Studiums gut mit Wohnraum versorgt und die Eltern tun gleichzeitig etwas für ihre eigene Altersvorsorge. Die durchschnittliche Miete, die Studierende in Deutschland heute zahlen, beträgt 323 Euro. Wer zusätzlich Eigenkapital in die Wohnungsfinanzierung einbringt, kann mit dem ungefähren Gegenwert der Miete bereits ein Darlehen von 100.000 Euro bedienen. Je nach Studienort kann man dafür bereits eine kleine Eigentumswohnung mit 50 bis 60 Quadratmetern bekommen – im Osten und in kleinen Städten eher als in den großen Metropolen. Wenn die Tochter oder der Sohn die Wohnung nicht mehr braucht, kann sie nachrückenden Studenten zur Verfügung stehen. Eine größere Wohnung ließe sich eventuell auch durch Miete zahlende Mitbewohner gegenfinanzieren. Weil damit zu rechnen ist, dass die Mieten weiter steigen werden, kommt im Laufe der Jahre eine ansehnliche Einnahme als Ergänzung zu den Bezügen im Alter zustande.